Der politisch-philosphische Blog

In den vergangenen Tagen wurde wiederholt die Meinungsfreiheit in Frage gestellt. Da gab es gewalttätige Proteste gegen ein dümmliches Video im Internet und es gab gestern die Nachricht über Empfehlungen des Projektes CleanIT zur Bekämpfung von terroristischen, illegalen und unerwünschten Inhalten.

Die Islamisten, die gegen das Video protestierten, forderten dessen Entfernung aus dem Internet, weil es angeblich den Islam und den Propheten Mohammed beleidige. Dass das Video – so dümmlich und schlecht es auch war – von der Meinungsfreiheit geschützt wird, interessiert da nicht. Es ist ein unerwünschter Inhalt und soll also entfernt werden.

Interessanterweise geht auch bei CleanIT unter anderem um unerwünschte Inhalte, die man gerne aus dem Netz entfernen oder zumindest unzugänglich machen möchte. Auch hier hält man nicht wirklich viel von Meinungsfreiheit. Das Internet als Ort des Meinungsaustausches und der freien Kommunikation ist offensichtlich immer mehr Leuten ein Dorn im Auge.

Ähnliche Ansätze gab es immer wieder in der Geschichte. Meist waren es nicht die Verfechter von Freiheit und Gerechtigkeit, die die Meinungsfreiheit einschränken wollten bzw. es auch taten. Tatsächlich waren diese Menschen oder Organisationen in allererster Linie daran interessiert, ihre Macht zu erhalten. Das sieht man an der ehemaligen DDR, der Sowietunion, aber auch heute noch in China, Vietnam, Nordkorea und anderen undemokratischen Staaten.

Meinungsfreiheit ist ein kostbares Gut und unverzichtbar in einer demokratischen Gesellschaft. Nur da, wo man sich frei und ungehindert austauschen kann, kann Demokratie gedeihen. Insofern ist ein freies Internet als Ort der ungehinderten und unzensierten Kommunikation eine wichtige Basis für eine demokratische globale Gemeinschaft. Wer hier die Meinungsfreiheit einschränken will, outet sich als Feind der Demokratie.

Die Überwachung der Kommunikation im Internet erscheint gerade vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen als ein feiges Einknicken vor der Gewalt und auch als ein Kotau vor undemokratischen Unrechtsregimen wie China, das ja auch in den vergangenen Tagen seine militärischen Fähigkeiten mit der Inbetriebnahme des ersten chinesischen Flugzeugträgers verstärkt hat. Besteht vielleicht auch da eine Verbindung zur geplanten Einschränkung der Meinungsfreiheit?

Fassen wir noch einmal zusammen:

Radikale Islamisten sind nicht erst seit dem Video gegen unerwünschte Inhalte im Netz, was bei denen in erster Linie alle irgendwie gearteten Beleidigungen ihres Propheten betrifft.

Undemokratische Staaten wie z. B. China sind gegen unerwünschte Inhalte im Netz, was in dem Fall unerwünschte Kritik und damit Gefährdung der eigenen Macht betrifft. Speziell China wird in den vergangenen Jahren wirtschaftlich immer stärker und verstärkt nun auch seine militärischen Kräfte.

Das von der Europäischen Kommission finanzierte Projekt CleanIT will nun die Meinungsfreiheit im Internet einschränken, indem die Kommunikation dort überwacht wird und nicht nur terroristische und illegale, sondern auch unerwünschte Inhalte herausgefiltert werden.

Knickt man mit diesem Angriff auf die Meinungsfreiheit und damit auf die Demokratie nur vor den Feinden der Demokratie ein? Oder will man sogar selber nicht nur die Meinungsfreiheit sondern auch die Demokratie in Europa abschaffen? Plant man eine Diktatur in Europa?

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