Der politisch-philosphische Blog

Papst Benedikt XVI. versucht angesichts der unzähligen Opfer des Syrien-Konfliktes eine Mission schickt eine Delegation nach Syrien um das Töten dort zu beenden. Das zeugt von Selbstbewusstsein und Engagement, denke ich mir mal.

Generell bin ich ja auf jeden Fall für Frieden und hoffe, dass Assad bald verschwindet und damit Platz macht für Frieden und Demokratie in diesem geschundenen Land. Ich bin auch dafür, jede realistische Chance für Frieden zu ergreifen, um der Bevölkerung endlich ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen. Ich habe allerdings meine Zweifel, ob eine Delegation aus dem Vatikan in einem islamischen Land wirklich so erfolgversprechend ist. Normalerweise nimmt man für solche Missionen Leute, die gegenüber den Konfliktparteien über eine gewisse Autorität verfügen. Über wieviel Autorität verfügt der Papst gegenüber Regierung und Rebellen in Syrien, ganz zu schweigen von seinem Gesandten? Könnte das nicht sogar von gewisssen radikal islamistischen Gruppen als Provokation aufgefasst werden?

So sehr ich den Menschen dort Frieden wünsche, habe ich doch meine Zweifel, ob das nicht eine Mission ist, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Wie steht es eigentlich mit den Glaubensbrüdern der Syrer? Gibt es nicht einen sunnitischen Imam oder sonst eine Autorität, die beiden Seiten ins Gewissen reden und Verhandlungen anstoßen könnte? Gibt es vielleicht irgendjemanden, der einigen Einfluss auf Assad hat und diesen zum Rücktritt bewegen kann?

Eine Mission des Papstes halte ich auch deshalb für riskant, weil es in Syrien auch eine christliche Minderheit gibt. Niemand ist gegen Fehler gefeit und wenn der Papst bzw sein Gesandter etwas sagt, was die Muslime provoziert, wären diese Christen massiv gefährdet. Wir alle haben noch die Ausschreitungen nach dem Mohammed-Video in Erinnerung. Vielleicht haben auch einige noch die empörten Reaktionen in Erinnerung, als der Papst vor einigen Jahren eine Vorlesung in Regensburg hielt und dabei über Gewalt im Islam sprach. Er zitierte damals den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos, der sich recht unfreundlich über Mohammed und den Islam geäußert hatte. Eine solch ungeschickte Bemerkung könnte bei der derzeitigen gewalttätigen Atmosphäre eine zusätzliche Bedrohung für die christliche Minderheit in Syrien auslösen.

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