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Weitet sich der Konflikt in Syrien jetzt aus?

Am Mittwoch, dem 03.10.2012 erfolgte ein Granatangriff von syrischem Gebiet aus auf die türkische Stadt Akcakale, bei dem 5 Zivilisten starben. 4 dieser Todespfer waren Kinder. Die Türkei hat sofort den Nato-Rat in Brüssel einberufen und über die Lage informiert. Außerdem hat die türkische Luftwaffe noch in der Nacht zum Donnerstag begonnen, die syrischen Stellungen, von denen der Granatenbeschuss kam, anzugreifen. Diesen Angriffen, die immer noch andauern, sind bisher mindestens 34 Menschen zum Opfer gefallen. Inzwischen hat Ministerpräsident Erdogan vom türkischen Parlament die Zustimmung zu Militäreinsätzen auf syrischem Gebiet erhalten. Zugleich hat Erdogan behauptet, dass die Türkei kein Interesse an einem Krieg habe.

Angesichts dieser Situation stellen sich mir zwei Fragen:

1. Weitet sich der Bürgerkrieg in Syrien jetzt zu einem größeren internationalen Konflikt aus, wenn schon Nachbarstaaten wie die Türkei von Syrien aus beschossen werden und trotz gegenteiliger Beteuerungen offensichtlich über Krieg nachdenken?

2. Wie weit wird Deutschland neben anderen Nato-Mitgliedern in einen eventuellen Krieg mit hineingezogen? Immerhin ist ja die Türkei Nato-Mitglied und kann sich angesichts des Angriffes auf eine türkische Stadt sogar auf den Verteidigungsfall berufen.

Ich hoffe immer noch, dass sich solche Sachen doch noch auf diplomatischem Wege bereinigen lassen. Es ist schade um jeden Menschen, der sterben muss, weil irgendwelche anderen Menschen mal wieder nicht fähig sind, ihre Konflikte auf friedlichem Wege beizulegen. Es ist schon schlimm genug, dass in Syrien der nicht demokratisch legitimierte Machthaber nicht den Anstand aufbringt, sich einer freien, fairen und demokratischen Wahl zu stellen, sondern es vorzieht mit brutaler Gewalt und dem Mord an tausenden unschuldigen Menschen seine unrechtmäßige Macht gegen das Recht des Volkes zu verteidigen.

Es wird Zeit, dass alle Beteiligten sich vernünftig zusammensetzen und eine friedliche Lösung für ihre Konflikte finden, bevor sich das Ganze zu einem unkontrollierbaren Flächenbrand ausweitet.