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Das Mohammed-Video und seine Folgen

Am Dienstag, dem 11.09.2012 kam es zu massiven Ausschreitungen mit Angriffen auf mehrere US-amerikanische Botschaften, in deren Verlauf der Botschafter in Libyen und weitere Menschen ermordet wurden. Als Grund für diese Verbrechen wurde ein Video genannt, in dem der Prophet Mohammed angeblich verunglimpft und beleidigt wurde.

Dieses Mohammed-Video war vor diesen Ereignissen schon ca. 2 Monate auf youtube, ohne dass sich jemand dafür interessiert hatte. Das lag vermutlich daran, dass die Qualität dieses Videos unterirdisch ist und das Marketing vermutlich genauso schlecht war. Dann aber wurde jemand auf dieses Video aufmerksam. Ein gewisser Sheikh Khalid Abdullah, ein ägyptischer TV-Moderator,  fand dieses Machwerk und dachte wohl, es sei mal wieder Zeit, den Volkszorn zu entfachen und den Hass gegen die Amerikaner zu schüren. Er zeigte also dieses Video bzw. Teile davon im Fernsehen und erreichte damit prompt die erwünschte Wirkung in Form von gewalttätigen Ausschreitungen. Diesen Ausschreitungen sind bisher mehr als 30 Menschen zum Opfer gefallen.

In Deutschland hat inzwischen eine kleine rechtsgerichtete Partei namens Pro Deutschland angekündigt, den kompletten Film aufführen zu wollen, worauf Bundesinnenminister Friedrich gleich ankündigte, das mit allen rechtlichen Mitteln verhindern zu wollen. In Frankreich nahm ein Satiremagazin den Aufruhr zum Anlass, Mohammed-Karikaturen zu veröffentlichen, während zeitgleich Demonstrationen gegen das umstrittene Video verboten wurden.

Angesichts dieser Tatsachen frage ich mich, was die Menschen zu ihrem jeweiligen Verhalten trieb.

Natürlich ist es nicht besonders intelligent, angesichts der Ereignisse, die bereits in den letzten Jahren z. B. angesichts der dänischen Mohammed-Karikaturen stattfanden, einen Film zu drehen, der den Propheten Mohammed verunglimpft und eindeutig beleidigen soll. Dieser Fim hatte wohl tatsächlich nur das Ziel, die Moslems zu provozieren. Allerdings war die Produktion und auch die Veröffentlichung nicht illegal, sondern mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung und dem Recht auf die Freiheit der Kunst gedeckt. Letztlich wäre die Provokation auch völlig ins Leere gelaufen, wenn besagter Sheikh Khalid Abdullah das Mohammed-Video nicht in seinem Programm gezeigt hätte. Das zeugte auch nicht von besonderer Intelligenz, sondern zusammen mit dem Aufruf, die „Ungläubigen“ zu töten, von Hass und Kriegstreiberei.

Die absolute Unmöglichkeit ist natürlich, auf solch einen primitiven Schundfilm mit Gewalttaten bis hin zum Mord zu reagieren. Wer so etwas tut, hat in meinen Augen einen bedenklichen Mangel an Bildung und Intelligenz. Ein wirklich intelligenter und gebildeter Mensch sieht recht schnell, was für ein Billigschund das ist, zuckt die Schultern und bemitleidet die Produzenten für ihren mangelnden Sinn für Qualität. Wenn man auf jeden schlechten Film mit Gewalt reagieren würde, wäre die Welt wahrscheinlich innerhalb kurzer Zeit mit Leichen übersät und niemand würde sich mehr trauen, einen Film zu drehen. Dazu kommt noch, dass die meisten Gewalttäter das Mohammed-Video noch nicht einmal gesehen haben und von daher gar nicht wissen, wogegen sie protestieren. Diese handeln also nur aus der Lust an der Gewalt, was natürlich besonders verwerflich ist.

Was nun die Mohammed-Karikaturen betrifft, die das Satire-Magazin in Frankreich drucken will, so ist das genauso unnötig wie die geplante Aufführung des kompletten Mohammed-Filmes durch die Partei Pro Deutschland. Beides zeugt auch nicht von hoher Intelligenz, ist aber wiederum auch nicht illegal, da es durch die Meinungs- und Redefreiheit ebenso gedeckt ist wie durch die Freiheit der Kunst. Insofern ist es auch völlig falsch, die Aufführung des Filmes verbieten zu wollen. Die Angst vor Gewalttätern darf nicht dazu führen, dass freiheitliche Grundrechte eingeschränkt werden. Wenn man das tut, ist es ein Sieg der Terroristen und Gewalttäter und ein schwerer Schaden für die Demokratie und den Rechtsstaat. So etwas sollte man auf keinen Fall riskieren.

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